Montag, 5. November 2012

Gute Übersicht über 2.0 Dienste für die Zusammenarbeit

Eine gute Zusammenstellung diverser Web 2.0-Dienste für ganz unterschiedliche Aspekte der virtuellen Zusammenarbeit findet sich hier: http://www.heise.de/download/special-team-arbeit-2.0-150851.html. Das vorgestellte "Trello" nutzen z.B. meine Kollegen, um ihre Softwareentwicklungsprojekte zu steuern.

Samstag, 3. November 2012

Die Statistiksuchmaschine Zanran und ihr Umfeld

Die Statistiksuchmaschine Zanran ist eine Statistik-Suchmaschine, mit deren Hilfe man nach Daten in Webseiten, Dokumenten und Bildern suchen kann. Sie erwies sich beim Ausprobieren als recht effektiv und kann so als Suchdienst für frei zugängliche statistische Quellen den internationalen Aggregator Nationmaster gut ergänzen. Dann noch die Linksammlung “Gemeinsames Statistikportal” dazu, dann hat man ein gutes Handwerkszeug hinsichtlich statistischer Suche. Wer noch mehr sucht, sollte im Datenbank-Infosystem in das Suchfenster oben links das Stichwort "Statistik" eingeben - dann werden eine Menge Datenbanken angezeigt, die Statistiken erschließen.

Freitag, 2. November 2012

Lektüreempfehlung - Mercedes Bunz: "Die stille Revolution"

Dem subtilen Hinweis von Mario Sixtus ("Frau hat ein Buch geschrieben, und Ihr solltet es kaufen") bin ich gefolgt und kann nur sagen: Danke für den Tipp und danke für das Buch! Während es bei mir an dieser Stelle vor rund zwei Monaten nur zu einem Lamento über die Einseitigkeit des Diskurses in Deutschland gereicht hat, versucht Mercedes Bunz in ihrem neuen Buch "Die stille Revolution. Wie Algorithmen Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik verändern, ohne dabei viel Lärm zu machen" (Suhrkamp, edition unseld, 2012) eben dieser einseitigen Betonung der Gefahren auf den Grund zu gehen.

Mittels knapper und sehr prägnanter historischer Analogien macht sie das Unbehagen angesichts neuer disruptiver Technologien verständlich (Angst vor Maschinen) und führt den Leser an das zentrale Anliegen heran:
"Für die Gesellschaft ist es an der Zeit, die Digitalisierung nicht nur zu fürchten, sondern zu nutzen" (S. 82).
Genau das ist auch der Grundtenor meines Online-Lehrbuchs zum Web 2.0, und auch sonst finden sich zahlreiche Überschneidungen, die sich - so wäre zu wünschen - wechselseitig erhellen. Das trifft beispielweise gleich auf das erste Kapitel zu ("Als die Algorithmen schreiben lernten"), das - angelehnt an David Weinbergers hervorragendes Buch "Too Big to Know" - der Frage nachgeht, wie sich das Wissen selbst durch die Digitalisierung verändert (vgl. etwa den Abschnitt zu "Denken 2.0" im Online-Lehrbuch).

Kurz und gut, mein Fazit lautet: Mercedes Bunz hat ein Buch geschrieben, und Ihr solltet es lesen. Ein Lob auch an die edition unseld, die mit dieser Veröffentlichung eine Reihe lesenswerter Titel zum Themenkomplex Web 2.0 und Digitalisierung ergänzt hat:

       etc.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Funkkolleg von hr2 beschäftigt sich mit "Wirklichkeit 2.0"

Kommenden Samstag (03.11.2012) startet der vielversprechende hr2 Funkkolleg Medien mit dem Thema "Wirklichkeit 2.0 - Medienkultur im digitalen Zeitalter". Ausgestrahlt werden die Sendungen auf hr2-kultur jeweils samstags um 11:30 Uhr und nochmals auf hr-iNFO jeweils sonntags um 8:30 Uhr. Den Podcast der Sendungen gibt es auf www.funkkolleg.de. Auf der begleitenden Website erhält man alle weiterführenden Informationen (z.B. zu den Themen und Sendungen) und kann sich für den offenen Online-Kurs anmelden.

Das Begleitbuch, ein klassischer Reader angelsächsischer Prägung, mit kurzen Texten zu den vielen Themen, die in den nächsten Wochen im Rahmen des Funkkollegs behandelt werden, ist bereits bei Reclam erschienen:


Heute abend findet im Haus am Dom in Frankfurt/Main die Auftaktveranstaltung statt mit dem Titel “Digitale Demokratie – Wie politisch ist das Internet?”. Es diskutieren Markus Beckedahl (netzpolitischer Aktivist aus Berlin und Begründer des Blogs netzpolitik.org, Autor von ”Die digitale Gesellschaft: Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage”), Anke Domscheit-Berg (Mitbegründerin des Government 2.0 Netzwerks) und Prof. Dr. Claus Leggewie (Politologe und Autor von “Mut statt ‘Wut - Aufbruch in eine neue Demokratie” sowie “Unter Piraten - Erkundungen in einer neuen politischen Arena”).

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Aggregator Bundestwitter

Noch als eine Beta-Seite (Angebot in Erprobung), aber dennoch sehr interessant ist der Aggregator (eine Seite, auf der Informationen zusammengeführt werden) Bundestwitter. Netzwertig hat in seiner empfehlenswerten Kolumne "Samstag App Fieber" darauf aufmerksam gemacht und es wie folgt charakterisiert:
"(...), welches die Tweets der Mitglieder des deutschen Bundestages aggregiert. Bundestwitter offeriert dabei verschiedene Ansichten: Tweets können nach Parteizugehörigkeit oder nach Hashtag gefiltert werden, zusätzlich werden sie auf einer Karte visualisiert und es gibt eine Suche. Eine Rangliste der fleissigsten Twitterer rundet das Angebot ab."

Freitag, 28. September 2012

TED Talk von Clay Shirky



Wann immer ich in den letzten Jahren gefragt worden bin, welche Bücher ich zum Thema Web 2.0 empfehlen könne, habe ich geantwortet, dass ich Clay Shirky's "Here Comes Everybody" nach wie vor für das beste Buch zum Thema halte. Nun gibt es einen aktuellen TED Talk, in dem Shirky die Open Source Methode als Modell für Politik und Verwaltung ins Spiel bringt:

Freitag, 14. September 2012

Und nochmal Will Richardson: "Why school?"

Es ist erst ein paar Tage her, dass ich auf den neuen TED Talk von Will Richardson zur Reform des Bildungswesens hingewiesen habe (hier). Nun hat er die dort präsentierten Gedanken als kleines E-Book (Kindle Single) unter dem Titel "Why School?" veröffentlicht (EUR 2,68):


In seinem Blog findet sich eine Zusammenfassung der Gedanken und des Kontexts dieses Buches. Außerdem bin ich dort auf folgendes Zitat gestoßen, das bezeichnend für den Kern der Kritik von Richardson aus den letzten Jahren ist:
"They told us we were special, then they made us sit for standardised tests."

Dienstag, 11. September 2012

GMW 2012 - Tagungsband online

Gerade läuft die Jahrestagung der GMW (Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft) an der TU Wien. Der Tagungsband - eine wahre Fundgrube für alle, die sich für Medien in Bildung und Wissenschaft interessieren - steht als pdf-download (5,4 MB) zur Verfügung...

Donnerstag, 6. September 2012

TEDx Talk von Will Richardson

An dieser Stelle haben wir immer wieder auf Bücher und Vorträge von Will Richardson hingewiesen. In einem rund 18-minütigen Vortrag in Melbourne hat er nun wieder die Grundfragen treffend formuliert, vor denen das Bildungswesen steht angesichts der Tatsache, dass Wissen kein knappes Gut mehr und die Welt voller LehrerInnen ist. Unbedingt lesenswert sind - neben seinem Blog - die beiden folgenden Bücher:

 

Und hier ist das Video:


Mittwoch, 22. August 2012

Lamento: Über die Einseitigkeit des Diskurses zum Web 2.0 in Deutschland

Nein, es geht nicht um Manfred Spitzers neues Buch "Digitale Demenz". Ich möchte es mir mit diesem Lamento nicht zu einfach machen. Ich versuche, meine Gedanken zur Einseitigkeit des hiesigen Diskurses um eine Publikation zu gruppieren, die von zwei gestandenen Experten der digitalen Welt verfasst wurde, von Constanze Kurz und Frank Rieger, deren Buch den - etwas länglichen - Titel trägt: "Die Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen". Es ist Ende 2011 auch in einer Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung erschienen. Die Verlagsbeschreibung liest sich so:
"Der Wegweiser zur digitalen Mündigkeit: Warum findet Facebook jeden meiner Bekannten? Auf welche Datenspuren hat der Staat Zugriff? Und was kann man aus ihnen herauslesen? Die Experten für Informationssicherheit, Constanze Kurz und Frank Rieger, weisen uns den Weg zu einer neuen digitalen Mündigkeit. Sachkundig und verständlich erklären sie, was sich hinter den Benutzeroberflächen tatsächlich verbirgt. Aus dem Strom scheinbar harmloser Daten, die wir tagtäglich im Netz hinterlassen, werden geldwerte Informationen geschöpft, deren Ausmaß und Gehalt wir uns gar nicht vorstellen können. Ob der Staat oder Google, alle bedienen sich am Datensatz Mensch. Es ist an der Zeit, das eigene digitale Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen."
Obwohl leider gänzlich (!?) auf Belege verzichtet wird, hat das Buch viele Stärken: Die Geschäftsmodelle der Internetgrößen werden nachvollziehbar erläutert, eine fiktive Geschichte über ein Start-up zu Beginn des Buchs veranschaulicht das digitale Wirtschaftsmilieu auf eindringliche Weise und eignet sich sehr gut für den Einsatz in Seminaren und Fortbildungen. Was Datenhandel und data mining in der Praxis bedeuten, wird plastisch geschildert, ein ausführlicher Abschnitt zum Thema Biometrie ist ebenfalls vorhanden. Mit anderen Worten: Es geht ausschließlich um die Gefahren, die im und um das Internet lauern. Und damit ist das Buch in vielerlei Hinsicht symptomatisch für die Einseitigkeit der deutschen Diskussion um Digitalisierung und Web 2.0.

Und damit sind wir auch schon mittendrin im Lamento. Den gesamten Text durchzieht ein diffuses Unbehagen, das daher rührt, dass unsere Daten zur Ware werden, allerdings wird nirgends ausgesprochen, was denn daran nun im einzelnen verwerflich ist. Offenbar gehen die Autoren davon aus, dies sei selbsterklärend. Als Leser gewinnt man den Eindruck, dass nicht klar unterschieden wird zwischen der (ziemlich selbstverständlichen) Tatsache, dass Daten über Menschen zur Ware werden, und der Angst, dass Menschen zur Ware werden, was ein völlig anderer und in der Tat katastrophaler Vorgang wäre. Deshalb sei mit Nachdruck daran erinnert, dass in der digitalen Wirtschaft Datenprofile verkauft werden und keine Menschen!

Dieses Unbehagen wird - ebenfalls durchgängig im Buch - begleitet von einem Widerspruch. Mehrfach wird anhand unterschiedlicher Beispiele ausgeführt, wie unglaublich detailliert die (meist aus mehreren Quellen aggregierten) Informationen der "Datenfresser" sind. So gebe es "Passagen mit erschreckender Genauigkeit, die das Wesen (sic!) eines Menschen gut erfassen." Hat man dann ängstlich alle Netz(werk)stecker gezogen und sich unter dem Küchentisch versteckt, liest man in demselben (!) Absatz: "Natürlich liefern diese Analysen nur Abziehbilder des wirklichen Menschen..." (S. 62).

Halbwegs beruhigt nimmt man für die weitere Lektüre wieder den Platz am Schreibtisch ein, lässt vorsichtshalber aber alle Stecker noch unverbunden. Gut so, denn auf Seite 92 wird es wieder unheimlich: "Und diese gesammelten Personenprofile sind oft akkurater als die Selbsteinschätzung von Menschen." Das Wechselbad der Gefühle setzt sich fort, bis es auf Seite 197 bilanzierend (und in eigenartig erbaulicher Sprache) heißt: "Genausowenig wird hinter dem schubladisierten Persönlichkeitsabbild das verborgene einzigartige Menschenwesen sichtbar."

Schon diese kurzen Auszüge weisen auf das erste Grundproblem hin, nämlich den durchgängig alarmistischen Grundton, der sich (an wenigen Stellen nur, wohlgemerkt) bis in die Nähe von Verschwörungstheorien steigern kann. Natürlich sind uns die neuen technischen Möglichkeiten unheimlich, das waren sie immer, aber darüber, was tatsächlich Schlimmes passieren könnte, ergeht sich auch dieses Buch lediglich in dunklen Andeutungen.

Damit kommen wir zum zweiten Grundproblem, der einseitigen Darstellung. Nirgends ist von den Chancen, dem (potenziellen) Nutzen von Digitalisierung und Web 2.0 die Rede (auch hier widerstehe ich der Versuchung, auf Manfred Spitzer zu sprechen zu kommen). Liegt das nur daran, dass sich damit in der Alten (ganz im Gegensatz zur Neuen) Welt keine Bücher verkaufen lassen? Nicht alle, die Daten sammeln, wollen uns ins Verderben stürzen. Vielleicht wollen sie auch nur eine effizientere Verwaltung, oder sie möchten die Krankheitsbekämpfung mittels der Nutzung von Daten, die in einem bislang ungekannten Ausmaß zur Verfügung stehen könnten, zu neuen Ufern führen. Davon schreiben zumindest Leute wie der Kanadier Don Tapscott ("Macrowikinomics") oder der US-Amerikaner Jeff Jarvis ("Public Parts").



Einseitig ist außerdem, dass existierende Kontrollmechanismen nicht thematisiert werden. Selbst die Internetgiganten sind eben nicht allmächtig, sondern ihrerseits von den Nutzern abhängig. Zusätzlich zu (zugegebenermaßen deutlich hinterherhinkenden) Gesetzen stellt der Markt ein wichtiges Korrektiv dar - ein entscheidender Faktor, der nur ein einziges Mal eher beiläufig erwähnt wird (S. 99).

Nachdem nun 246 Seiten lang Ängste geschürt und Chancen ausgespart wurden, reibt man sich bei der Lektüre des letzten Kapitels ("Das digitale Ich - Praktische Wege zu einer neuen digitalen Mündigkeit", S. 247ff.) verwundert die Augen. Die Lösungsvorschläge sind zwar vage (aber ich habe auch keine besseren), vor allem aber hat sich der Ton grundlegend gewandelt. Das Kapitel will überhaupt nicht zum Alarmismus der bisherigen Darstellung passen. Eine Kostprobe zum Abschluss:
"Die Erarbeitung eines ganz persönlichen Standpunkts, vor allem zur Frage, wie viele und welche Daten jeder über sich preisgeben möchte und welche Vor- und Nachteile er daraus erwartet, wird zum Kern der neuen digitalen Mündigkeit" (S. 248).
Und noch überraschender: "Digitale Mündigkeit heißt jedoch eben nicht, zum Netzeremiten zu werden und die vielen neuen Möglichkeiten aus lauter Angst vor Problemen und Risiken nicht zu nutzen" (S. 252).
Genau das legt aber die gesamte Darstellung nahe...

Donnerstag, 19. Juli 2012

Tagungsband zur GML 2012 ist erschienen

GML steht für Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens. Die diesjährige Tagung rund um das Lehren und Lernen mit digitalen Medien fand vom 15.-16. März 2012 an der Freien Universität Berlin statt. Nun ist der Tagungsband mit einer Vielzahl von anregenden Beispielen und Erfahrungsberichten zum E-Teaching und E-Learning erschienen. Er steht auf der Konferenzwebsite zum Download zur Verfügung...

Petition "Stellt iGoogle nicht ein!"

Wer in den letzten Jahren an unseren Kursen zu professioneller Internetrecherche und webbasiertem Wissensmanagement teilgenommen hat (und das waren viele hundert Professoren, Dozenten, Lehrerinnen, Studierende, Journalisten etc.), der hat Googles personalisierte Startseite iGoogle kennen und (hoffentlich) schätzen gelernt. Wir haben die speziell auf Wissensarbeiter zugeschnittene Startseite "Webbüro" genannt, und die Tatsache, dass man nun alles zentral an einer Stelle beisammen hat, wurde in den Evaluationen zu den Seminaren durchgängig als besonders wertvoll erachtet.

Nun hat Google am 3. Juli 2012 bekannt gegeben, die personalisierte Startseite iGoogle zum November 2013 einstellen zu wollen. Das wäre in der Tat ein großer Verlust für uns und all die Absolventen unserer Kurse. Dass es nicht nur uns so geht, zeigen die Reaktionen im Web. So gibt es beispielsweise bei ipetitions.com eine Petition "Stellt iGoogle nicht ein!", die ich gestern mitgezeichnet habe. Wenn Sie auch mit iGoogle arbeiten, dann nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit und unterschreiben Sie diese Petition...

Freitag, 13. Juli 2012

Garr Reynolds über Lernen und lectures

Garr Reynolds ("Presentation Zen") zählt zu den Großmeistern des Präsentierens. Bei TEDxOsaka hat er einmal mehr seine wichtigsten Gedanken zum Lernen im allgemeinen und lectures im besonderen auf eindrückliche Weise zusammengefasst:

Donnerstag, 5. Juli 2012

NZZ-Interview mit Evernote-Chef Phil Libin

Anlässlich der Eröffnung einer Evernote-Niederlassung in der Schweiz hat die Neue Zürcher Zeitung Phil Libin interviewt. Das Interview vermittelt Einblicke in die Strategie und Philosophie des Dienstes Evernote, den wir hier immer wieder behandelt und empfohlen haben:
NZZ Interview mit Phil Libin