Wann immer ich in den letzten Jahren gefragt worden bin, welche Bücher ich zum Thema Web 2.0 empfehlen könne, habe ich geantwortet, dass ich Clay Shirky's "Here Comes Everybody" nach wie vor für das beste Buch zum Thema halte. Nun gibt es einen aktuellen TED Talk, in dem Shirky die Open Source Methode als Modell für Politik und Verwaltung ins Spiel bringt:
Freitag, 28. September 2012
TED Talk von Clay Shirky
Wann immer ich in den letzten Jahren gefragt worden bin, welche Bücher ich zum Thema Web 2.0 empfehlen könne, habe ich geantwortet, dass ich Clay Shirky's "Here Comes Everybody" nach wie vor für das beste Buch zum Thema halte. Nun gibt es einen aktuellen TED Talk, in dem Shirky die Open Source Methode als Modell für Politik und Verwaltung ins Spiel bringt:
Freitag, 14. September 2012
Und nochmal Will Richardson: "Why school?"
Es ist erst ein paar Tage her, dass ich auf den neuen TED Talk von Will Richardson zur Reform des Bildungswesens hingewiesen habe (hier). Nun hat er die dort präsentierten Gedanken als kleines E-Book (Kindle Single) unter dem Titel "Why School?" veröffentlicht (EUR 2,68):
In seinem Blog findet sich eine Zusammenfassung der Gedanken und des Kontexts dieses Buches. Außerdem bin ich dort auf folgendes Zitat gestoßen, das bezeichnend für den Kern der Kritik von Richardson aus den letzten Jahren ist:
"They told us we were special, then they made us sit for standardised tests."
Dienstag, 11. September 2012
GMW 2012 - Tagungsband online
Gerade läuft die Jahrestagung der GMW (Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft) an der TU Wien. Der Tagungsband - eine wahre Fundgrube für alle, die sich für Medien in Bildung und Wissenschaft interessieren - steht als pdf-download (5,4 MB) zur Verfügung...
Donnerstag, 6. September 2012
TEDx Talk von Will Richardson
An dieser Stelle haben wir immer wieder auf Bücher und Vorträge von Will Richardson hingewiesen. In einem rund 18-minütigen Vortrag in Melbourne hat er nun wieder die Grundfragen treffend formuliert, vor denen das Bildungswesen steht angesichts der Tatsache, dass Wissen kein knappes Gut mehr und die Welt voller LehrerInnen ist. Unbedingt lesenswert sind - neben seinem Blog - die beiden folgenden Bücher:
Und hier ist das Video:
Und hier ist das Video:
Mittwoch, 22. August 2012
Lamento: Über die Einseitigkeit des Diskurses zum Web 2.0 in Deutschland
Nein, es geht nicht um Manfred Spitzers neues Buch "Digitale Demenz". Ich möchte es mir mit diesem Lamento nicht zu einfach machen. Ich versuche, meine Gedanken zur Einseitigkeit des hiesigen Diskurses um eine Publikation zu gruppieren, die von zwei gestandenen Experten der digitalen Welt verfasst wurde, von Constanze Kurz und Frank Rieger, deren Buch den - etwas länglichen - Titel trägt: "Die Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen". Es ist Ende 2011 auch in einer Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung erschienen. Die Verlagsbeschreibung liest sich so:
Und damit sind wir auch schon mittendrin im Lamento. Den gesamten Text durchzieht ein diffuses Unbehagen, das daher rührt, dass unsere Daten zur Ware werden, allerdings wird nirgends ausgesprochen, was denn daran nun im einzelnen verwerflich ist. Offenbar gehen die Autoren davon aus, dies sei selbsterklärend. Als Leser gewinnt man den Eindruck, dass nicht klar unterschieden wird zwischen der (ziemlich selbstverständlichen) Tatsache, dass Daten über Menschen zur Ware werden, und der Angst, dass Menschen zur Ware werden, was ein völlig anderer und in der Tat katastrophaler Vorgang wäre. Deshalb sei mit Nachdruck daran erinnert, dass in der digitalen Wirtschaft Datenprofile verkauft werden und keine Menschen!
Dieses Unbehagen wird - ebenfalls durchgängig im Buch - begleitet von einem Widerspruch. Mehrfach wird anhand unterschiedlicher Beispiele ausgeführt, wie unglaublich detailliert die (meist aus mehreren Quellen aggregierten) Informationen der "Datenfresser" sind. So gebe es "Passagen mit erschreckender Genauigkeit, die das Wesen (sic!) eines Menschen gut erfassen." Hat man dann ängstlich alle Netz(werk)stecker gezogen und sich unter dem Küchentisch versteckt, liest man in demselben (!) Absatz: "Natürlich liefern diese Analysen nur Abziehbilder des wirklichen Menschen..." (S. 62).
Halbwegs beruhigt nimmt man für die weitere Lektüre wieder den Platz am Schreibtisch ein, lässt vorsichtshalber aber alle Stecker noch unverbunden. Gut so, denn auf Seite 92 wird es wieder unheimlich: "Und diese gesammelten Personenprofile sind oft akkurater als die Selbsteinschätzung von Menschen." Das Wechselbad der Gefühle setzt sich fort, bis es auf Seite 197 bilanzierend (und in eigenartig erbaulicher Sprache) heißt: "Genausowenig wird hinter dem schubladisierten Persönlichkeitsabbild das verborgene einzigartige Menschenwesen sichtbar."
Schon diese kurzen Auszüge weisen auf das erste Grundproblem hin, nämlich den durchgängig alarmistischen Grundton, der sich (an wenigen Stellen nur, wohlgemerkt) bis in die Nähe von Verschwörungstheorien steigern kann. Natürlich sind uns die neuen technischen Möglichkeiten unheimlich, das waren sie immer, aber darüber, was tatsächlich Schlimmes passieren könnte, ergeht sich auch dieses Buch lediglich in dunklen Andeutungen.
Damit kommen wir zum zweiten Grundproblem, der einseitigen Darstellung. Nirgends ist von den Chancen, dem (potenziellen) Nutzen von Digitalisierung und Web 2.0 die Rede (auch hier widerstehe ich der Versuchung, auf Manfred Spitzer zu sprechen zu kommen). Liegt das nur daran, dass sich damit in der Alten (ganz im Gegensatz zur Neuen) Welt keine Bücher verkaufen lassen? Nicht alle, die Daten sammeln, wollen uns ins Verderben stürzen. Vielleicht wollen sie auch nur eine effizientere Verwaltung, oder sie möchten die Krankheitsbekämpfung mittels der Nutzung von Daten, die in einem bislang ungekannten Ausmaß zur Verfügung stehen könnten, zu neuen Ufern führen. Davon schreiben zumindest Leute wie der Kanadier Don Tapscott ("Macrowikinomics") oder der US-Amerikaner Jeff Jarvis ("Public Parts").
"Der Wegweiser zur digitalen Mündigkeit: Warum findet Facebook jeden meiner Bekannten? Auf welche Datenspuren hat der Staat Zugriff? Und was kann man aus ihnen herauslesen? Die Experten für Informationssicherheit, Constanze Kurz und Frank Rieger, weisen uns den Weg zu einer neuen digitalen Mündigkeit. Sachkundig und verständlich erklären sie, was sich hinter den Benutzeroberflächen tatsächlich verbirgt. Aus dem Strom scheinbar harmloser Daten, die wir tagtäglich im Netz hinterlassen, werden geldwerte Informationen geschöpft, deren Ausmaß und Gehalt wir uns gar nicht vorstellen können. Ob der Staat oder Google, alle bedienen sich am Datensatz Mensch. Es ist an der Zeit, das eigene digitale Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen."Obwohl leider gänzlich (!?) auf Belege verzichtet wird, hat das Buch viele Stärken: Die Geschäftsmodelle der Internetgrößen werden nachvollziehbar erläutert, eine fiktive Geschichte über ein Start-up zu Beginn des Buchs veranschaulicht das digitale Wirtschaftsmilieu auf eindringliche Weise und eignet sich sehr gut für den Einsatz in Seminaren und Fortbildungen. Was Datenhandel und data mining in der Praxis bedeuten, wird plastisch geschildert, ein ausführlicher Abschnitt zum Thema Biometrie ist ebenfalls vorhanden. Mit anderen Worten: Es geht ausschließlich um die Gefahren, die im und um das Internet lauern. Und damit ist das Buch in vielerlei Hinsicht symptomatisch für die Einseitigkeit der deutschen Diskussion um Digitalisierung und Web 2.0.
Und damit sind wir auch schon mittendrin im Lamento. Den gesamten Text durchzieht ein diffuses Unbehagen, das daher rührt, dass unsere Daten zur Ware werden, allerdings wird nirgends ausgesprochen, was denn daran nun im einzelnen verwerflich ist. Offenbar gehen die Autoren davon aus, dies sei selbsterklärend. Als Leser gewinnt man den Eindruck, dass nicht klar unterschieden wird zwischen der (ziemlich selbstverständlichen) Tatsache, dass Daten über Menschen zur Ware werden, und der Angst, dass Menschen zur Ware werden, was ein völlig anderer und in der Tat katastrophaler Vorgang wäre. Deshalb sei mit Nachdruck daran erinnert, dass in der digitalen Wirtschaft Datenprofile verkauft werden und keine Menschen!
Dieses Unbehagen wird - ebenfalls durchgängig im Buch - begleitet von einem Widerspruch. Mehrfach wird anhand unterschiedlicher Beispiele ausgeführt, wie unglaublich detailliert die (meist aus mehreren Quellen aggregierten) Informationen der "Datenfresser" sind. So gebe es "Passagen mit erschreckender Genauigkeit, die das Wesen (sic!) eines Menschen gut erfassen." Hat man dann ängstlich alle Netz(werk)stecker gezogen und sich unter dem Küchentisch versteckt, liest man in demselben (!) Absatz: "Natürlich liefern diese Analysen nur Abziehbilder des wirklichen Menschen..." (S. 62).
Halbwegs beruhigt nimmt man für die weitere Lektüre wieder den Platz am Schreibtisch ein, lässt vorsichtshalber aber alle Stecker noch unverbunden. Gut so, denn auf Seite 92 wird es wieder unheimlich: "Und diese gesammelten Personenprofile sind oft akkurater als die Selbsteinschätzung von Menschen." Das Wechselbad der Gefühle setzt sich fort, bis es auf Seite 197 bilanzierend (und in eigenartig erbaulicher Sprache) heißt: "Genausowenig wird hinter dem schubladisierten Persönlichkeitsabbild das verborgene einzigartige Menschenwesen sichtbar."
Schon diese kurzen Auszüge weisen auf das erste Grundproblem hin, nämlich den durchgängig alarmistischen Grundton, der sich (an wenigen Stellen nur, wohlgemerkt) bis in die Nähe von Verschwörungstheorien steigern kann. Natürlich sind uns die neuen technischen Möglichkeiten unheimlich, das waren sie immer, aber darüber, was tatsächlich Schlimmes passieren könnte, ergeht sich auch dieses Buch lediglich in dunklen Andeutungen.
Damit kommen wir zum zweiten Grundproblem, der einseitigen Darstellung. Nirgends ist von den Chancen, dem (potenziellen) Nutzen von Digitalisierung und Web 2.0 die Rede (auch hier widerstehe ich der Versuchung, auf Manfred Spitzer zu sprechen zu kommen). Liegt das nur daran, dass sich damit in der Alten (ganz im Gegensatz zur Neuen) Welt keine Bücher verkaufen lassen? Nicht alle, die Daten sammeln, wollen uns ins Verderben stürzen. Vielleicht wollen sie auch nur eine effizientere Verwaltung, oder sie möchten die Krankheitsbekämpfung mittels der Nutzung von Daten, die in einem bislang ungekannten Ausmaß zur Verfügung stehen könnten, zu neuen Ufern führen. Davon schreiben zumindest Leute wie der Kanadier Don Tapscott ("Macrowikinomics") oder der US-Amerikaner Jeff Jarvis ("Public Parts").
Einseitig ist außerdem, dass existierende Kontrollmechanismen nicht thematisiert werden. Selbst die Internetgiganten sind eben nicht allmächtig, sondern ihrerseits von den Nutzern abhängig. Zusätzlich zu (zugegebenermaßen deutlich hinterherhinkenden) Gesetzen stellt der Markt ein wichtiges Korrektiv dar - ein entscheidender Faktor, der nur ein einziges Mal eher beiläufig erwähnt wird (S. 99).
Nachdem nun 246 Seiten lang Ängste geschürt und Chancen ausgespart wurden, reibt man sich bei der Lektüre des letzten Kapitels ("Das digitale Ich - Praktische Wege zu einer neuen digitalen Mündigkeit", S. 247ff.) verwundert die Augen. Die Lösungsvorschläge sind zwar vage (aber ich habe auch keine besseren), vor allem aber hat sich der Ton grundlegend gewandelt. Das Kapitel will überhaupt nicht zum Alarmismus der bisherigen Darstellung passen. Eine Kostprobe zum Abschluss:
"Die Erarbeitung eines ganz persönlichen Standpunkts, vor allem zur Frage, wie viele und welche Daten jeder über sich preisgeben möchte und welche Vor- und Nachteile er daraus erwartet, wird zum Kern der neuen digitalen Mündigkeit" (S. 248).
Und noch überraschender: "Digitale Mündigkeit heißt jedoch eben nicht, zum Netzeremiten zu werden und die vielen neuen Möglichkeiten aus lauter Angst vor Problemen und Risiken nicht zu nutzen" (S. 252).
Genau das legt aber die gesamte Darstellung nahe...
Donnerstag, 19. Juli 2012
Tagungsband zur GML 2012 ist erschienen
GML steht für Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens. Die diesjährige Tagung rund um das Lehren und Lernen mit digitalen Medien fand vom 15.-16. März 2012 an der Freien Universität Berlin statt. Nun ist der Tagungsband mit einer Vielzahl von anregenden Beispielen und Erfahrungsberichten zum E-Teaching und E-Learning erschienen. Er steht auf der Konferenzwebsite zum Download zur Verfügung...
Petition "Stellt iGoogle nicht ein!"
Wer in den letzten Jahren an unseren Kursen zu professioneller Internetrecherche
und webbasiertem Wissensmanagement teilgenommen hat (und das waren
viele hundert Professoren, Dozenten, Lehrerinnen, Studierende,
Journalisten etc.), der hat Googles personalisierte Startseite iGoogle
kennen und (hoffentlich) schätzen gelernt. Wir haben die speziell auf
Wissensarbeiter zugeschnittene Startseite "Webbüro" genannt, und die
Tatsache, dass man nun alles zentral an einer Stelle beisammen hat,
wurde in den Evaluationen zu den Seminaren durchgängig als besonders
wertvoll erachtet.
Nun hat Google am 3. Juli 2012 bekannt gegeben, die personalisierte Startseite iGoogle zum November 2013 einstellen zu wollen. Das wäre in der Tat ein großer Verlust für uns und all die Absolventen unserer Kurse. Dass es nicht nur uns so geht, zeigen die Reaktionen im Web. So gibt es beispielsweise bei ipetitions.com eine Petition "Stellt iGoogle nicht ein!", die ich gestern mitgezeichnet habe. Wenn Sie auch mit iGoogle arbeiten, dann nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit und unterschreiben Sie diese Petition...
Nun hat Google am 3. Juli 2012 bekannt gegeben, die personalisierte Startseite iGoogle zum November 2013 einstellen zu wollen. Das wäre in der Tat ein großer Verlust für uns und all die Absolventen unserer Kurse. Dass es nicht nur uns so geht, zeigen die Reaktionen im Web. So gibt es beispielsweise bei ipetitions.com eine Petition "Stellt iGoogle nicht ein!", die ich gestern mitgezeichnet habe. Wenn Sie auch mit iGoogle arbeiten, dann nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit und unterschreiben Sie diese Petition...
Freitag, 13. Juli 2012
Garr Reynolds über Lernen und lectures
Garr Reynolds ("Presentation Zen") zählt zu den Großmeistern des Präsentierens. Bei TEDxOsaka hat er einmal mehr seine wichtigsten Gedanken zum Lernen im allgemeinen und lectures im besonderen auf eindrückliche Weise zusammengefasst:
Donnerstag, 5. Juli 2012
NZZ-Interview mit Evernote-Chef Phil Libin
Anlässlich der Eröffnung einer Evernote-Niederlassung in der Schweiz hat die Neue Zürcher Zeitung Phil Libin interviewt. Das Interview vermittelt Einblicke in die Strategie und Philosophie des Dienstes Evernote, den wir hier immer wieder behandelt und empfohlen haben:
NZZ Interview mit Phil Libin
NZZ Interview mit Phil Libin
Freitag, 29. Juni 2012
TED Talk von Don Tapscott
Don Tapscott ("Net Generation", "Wikinomics", "Macrowikinomics") hat sich eindrucksvoll in einem TED Talk zu Wort gemeldet. Es geht um das Grundmotiv seiner Arbeit, die Chancen, die sich durch den Übergang vom Industriezeitalter (Gutenbergs Druckerpresse) ins Zeitalter der "Networked Intelligence" (Internet) ergeben. Entscheidend dabei ist Offenheit (openness). Den Kern dieses Vortrags macht die Erklärung aus, auf welchen Prinzipien eine offene Welt aufbaut. Tapscott unterscheidet vier Prinzipien: collaboration, transparency, sharing, empowerment:
Dienstag, 26. Juni 2012
Erfahrungen mit einem seminarbegleitenden Blog
Seit einigen Semestern halte ich an der PH Ludwigsburg
eine Veranstaltung zum Themenbereich "Web (2.0), Medienkompetenz,
(politische) Bildung" (mit wechselnden Titeln und Schwerpunkten). Hierzu
habe ich einen Blog eingerichtet, der die Seminare semesterübergreifend begleitet.
Auch wenn der Erfahrungsschatz noch überschaubar ist, lässt sich doch eine Zwischenbilanz ziehen, die rundweg positiv ausfällt:
Auch wenn der Erfahrungsschatz noch überschaubar ist, lässt sich doch eine Zwischenbilanz ziehen, die rundweg positiv ausfällt:
- Es entsteht nach und nach eine ordentliche Ressource zu dem Themengebiet, auf die in jedem neuen Semester aufgebaut werden kann.
- Rund 10% der Studierenden posten regelmäßig, wenn sie auf relevante Inhalte stoßen, weitere rund 20% posten gelegentlich, der Rest selten oder gar nicht. Die Postings beleben die Lehrveranstaltung.
- In bescheidenem Maße, aber immerhin, wird der Wochenrhythmus zugunsten einer kontinuierlichen Beschäftigung mit der Thematik aufgehoben.
- Auch als Seminarleiter stößt man durch die Postings der Studierenden immer wieder auf Neues und Interessantes.
- Seminararbeiten (Beispiele) werden nicht mehr wie bisher, sondern als ausführliche Blog-Postings verfasst. Die Qualität der Arbeiten hat sich dadurch verbessert (vermutlich, weil die Motivation größer ist, wenn man für ein Publikum schreibt).
- Seminararbeiten nützen anderen, statt in der Schublade des Seminarleiters zu verschwinden.
- Es besteht die Möglichkeit, im Blog auch größere Projektergebnisse zu veröffentlichen (Beispiel: Wikipedia verstehen).
Donnerstag, 21. Juni 2012
Neuigkeit bei Evernote
Evernote ist ein Webnotizbuch, auf das mit vielen unterschiedlichen Geräten (Computer, Tablets, Smartphones) zugegriffen werden kann und in das man Notizen und Fundstücke in Text, Bild und Video stecken und erschließen kann.
Free Technology for Teachers meldet nun, dass der "Web Clipper", ein Bookmarklet, mit dessen Hilfe man Inhalte schnell in Evernote hineinbringt, jetzt die Funktionalität bekommen hat, dass zwei vergleichbare Einträge im Notizbuch angezeigt werden, also quasi eine Recommender-Funktionalität, die einem den eigenen Bestand an Informationen nahebringt.
Hatte ich hier schon drauf hingewiesen: Evernote Clearly. Hilft beim Lesen der Inhalte von Webseiten, die furchtbar vollgestopft sind. (Diesen Tipp verdanke ich Julia Bergmann)
Und nicht genug der Tipps: Wenn Sie Evernote gar nicht kennen, dann finden Sie in "Professionelle Internetrecherche und Wissensmanagement an Hochschulen" ein Tutorial.
Sonntag, 17. Juni 2012
Leicht veröffentlichen
Vor einiger Zeit wurde auf der bibliothekarischen Mailingliste inetbib die Frage nach einer Veröffentlichung eines Lehrbuches ausserhalb eines Verlages gestellt, möglichst unter Beibehaltung der Entscheidungssouveränität bezüglich des Textes. Unter anderen antwortete der Verleger Ulmer und leitete seine praktikable Anleitung - Amazon Marketplace kombiniert mit Repositorium und Eigenausdruck - mit "Es ist doch ganz einfach!" ein. Das ist lobenswert!
Mir ging beim Lesen noch das Szenario durch den Kopf: Was, wenn das jetzt kein Lehrstuhlinhaber, sondern ein Student/eine Studentin oder ein/e Absolvent/in ist? Dann dürfte sie/er doch Schwierigkeiten haben, den Text - beispielsweise ihre/seine Abschlussarbeit - auf dem Volltextserver unterzubringen. Meist benötigt man dazu die Bestätigung der Prüferin/des Prüfers.
Die Frage wäre also: Wie kann ich als Studierende/r meinen Text veröffentlichen, ohne jemand fragen zu dürfen. Nun, das Netz macht das mittlerweile ohne weiteres möglich:
- Ein Weblog oder ein Wiki anlegen, bibliographische Daten und eventuell eine Beschreibung anfertigen, die Datei hochladen und mit dem beschreibenden Text verknüpfen - fertig ist die Laube!
- Einen Dienst wählen, der das buchähnlich aufbereitet. Lulu.com war ursprünglich eine kostenlose Möglichkeit, ist aber mittlerweile recht komisch geworden. Im Moment wäre es isuu, welches gut aussieht und aus pdf-Dateien schöne Online-Bücher produziert. - Ähnliche Dienste findet man beispielsweise, wenn man das "Similar Site Search" verwendet oder das entsprechende AddOn im Browser installiert hat. Beispielsweise:
- Scribd, welches die Möglichkeit bietet, den Text entweder auf der Homepage von Scribd anzubieten als auch, ihn danach in eine Homepage, ein Weblog oder ein Wiki einzubinden.
- Blurp lässt zwar lange suchen, ob ein freies eBook möglich ist, man sieht dann aber (recht spät, erst wenn man die Vorschau lädt) bei Büchern den Vermerk "Vorschau umfasst das ganze Buch". Zum Beispiel hier "Let's Go To The Library : A brief photo tour of the Boyle County Public Library"
- und es gibt schlussendlich auch die Möglichkeit, bei einem Online-Speicher wie Dropbox die Datei abzulegen, das Verzeichnis öffentlich zu machen und den Link zu verbreiten.
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Dienstag, 5. Juni 2012
Was ist Tagging?
In unseren Seminaren rund um Web (2.0) und Lehren/Lernen zeigt sich nach wie vor, dass es Probleme mit dem Tagging gibt. Offensichtlich sind uns die herkömmlichen hierarchischen Klassifizierungssysteme in einem Maß in Fleisch und Blut übergegangen, dass die Umstellung schwer fällt. Deshalb nochmals kurz zur Klärung:
Taggen (= das Hinzufügen von Schlagwörtern zu Fotos, Websites, Videos, Bookmarks etc.) ist in vielerlei Hinsicht für die digitale Welt zentral:
Taggen (= das Hinzufügen von Schlagwörtern zu Fotos, Websites, Videos, Bookmarks etc.) ist in vielerlei Hinsicht für die digitale Welt zentral:
"Im Sinne von Web 2.0 als Philosophie, die sowohl die kollektive Intelligenz als auch den individuellen Nutzen der einzelnen Teilnehmer durch dynamische und formalisierte Austauschprozesse maximiert (...), sind Tags und die darauf basierende Folksonomy das Rückgrat dieser Bewegung, da sie das Wiederfinden und Teilen nutzergenerierter Inhalte zu großen Teilen überhaupt erst ermöglichen."
[Matthes Fleck/Lars Kirchhoff: Folksonomy und Tags oder warum es im Web keine Regale gibt, in: Miriam Meckel/Katarina Stanoevska-Slabeva (Hg.) (2008), Web 2.0. Die nächste Generation Internet, Baden-Baden: Nomos, S. 189-200]Zwei Bücher, die sich gegenseitig ergänzen, konnten sich als Standardwerke für das Thema Tagging etablieren. Zum einen David Weinbergers "Everything is Miscellaneous. The Power of the New Digital Disorder" (Times Books 2007, deutsch: "Das Ende der Schublade"), das die Thematik originell philosophisch aufgreift, und zum anderen das Buch "Tagging. People-Powered Metadata for the Social Web" von Gene Smith, das die praktisch-technische Seite in den Vordergrund stellt.
"Tagging is a new form of information management that sits at the boundaries of personal organization, information architecture, and online community. Its widespread adoption over the past few years shows that it's more than a passing trend; it's a new and interesting facet of our digital culture."
[Gene Smith (2008), Tagging. People-Powered Metadata for the Social Web, Berkeley: New Riders, Buchumschlag]Wem eine kurze Darstellung genügt, dem sei der Abschnitt "Tagging: Denken 2.0" aus dem Online-Lehrbuch zum Web 2.0 empfohlen.
Neues Standardwerk zur Mediendidaktik
Vor kurzem ist im Oldenbourg Verlag unter dem Titel "Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote" eine komplett überarbeitete Neuauflage des Standardwerks von Michael Kerres "Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung" erschienen. Informationen zum Buch und Zusatzmaterialien bietet eine begleitende Website...
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